shiatsu

ein erfahrungsbericht

berlin 2002/3       www.thomaspropp.de

 

"was ist ein meridian? vielleicht kann man ihn am einfachsten so beschreiben:: ein meridian ist 'eine zone, über die man durch berührung zugang zum dynamischen inneren des menschlichen energiesystems bekommt.'"

aus: "die chakren im chiatsu" von carola beresford-cooke, in shiatsu journal 44

1. session am ersten oktober 2002

peter (name geändert) ist von statur kräftig. der berliner tonfall fällt ihm aus dem runden gesicht ganz natürlich. mit frauen habe er nie probleme gehabt, jedenfalls nie damit, sie zu bekommen. sie stehen auf seinen mächtigen körper. peters firma ist allerdings vor wenigen jahren in konkurs gegangen. seitdem lebt er in "insolvenz", das wenige, was er hat, wie zum beispiel sein shiatsu-kurs, wird bezahlt von seiner tante.

peter sagt, er habe eine dauerverspannung am linken schultergürtel. vom kapuzenmuskel bis zum halben rücken. davon her rühre auch ein kreuzbeinschmerz rechts unten. wahrscheinlich komme das alles von der großen narbe am linken arm, wo ihn ein hund vor jahren gebissen hat.

ich habe über trauma-heilung gelesen. peter a. levine: trauma-heilung, untertitel: das erwachen des tigers, aus dem amerikanischen von theo kierdorf, essen 1998.

ausserdem leide er an einem stressdarmsyndrom. die verdauung sei angeschlagen. er habe viel zu wenig liebe erhalten, fällt peter dazu ein, die eltern waren sehr jung, als er kam, vielleicht 17, 18 jahre alt, viel bei der oma sei er gewesen und ein trotzdrama habe er veranstaltet aus eifersucht gegen seine schwester. "immer contra" war seine devise. seit drei bis vier jahren sei er endlich am "annehmen" all dessen, was ihm in der welt begegnet.

ich nehme seit zwei jahren regelmäßig an jochens shiatsu-kurs teil. zunächst hat er mich behandelt, dann kam meine freundin dazu und bald wurde es eine lerngruppe. wir lernen bei jochen, wie man mit shiatsu den tag beginnt, sich also zunächst einmal weich macht, dann einen meridian behandelt. das heißt, "behandelt" sollen wir nicht mehr sagen. wir sagen jetzt wir wenden an, wir bearbeiten den meridian, folgen seinem verlauf. wir heilen ja auch nicht, wir tauschen uns eigentlich nur aus. ich mit meinem leben, du mit deinem. ich gebe dir meinen text über shiatsu, du liest meinen text über shiatsu.

und am ende bist du ein wenig mehr entspannt und geöffnet, mehr deinem eigenen weg hingegeben, weil die fingerdruckmassage so ist wie das ganze leben, werden wir weicher, nehmen an, was ist. zwei buddhas, die sich begegnen, wissen mehr als einer allein. shanti.

mein klient peter und ich, thomas, begegnen uns mit den üblichen erwartungen. er mit der hoffnung, geheilt zu werden, vielleicht nicht ganz, denn ich bin ja noch ein anfänger, aber vielleicht ja doch, zumindest ist es gut, die eigenen wunden einmal zu zeigen. ich komme mit der erwartung, dass sich der innere heiler in mir herauskehrt, wie durch ein wunder plötzlich kann ich gesund machen. wenn schon nicht mich selber, dann wenigstens den peter hier, oder dich.

lies meinen text!

ich setze mich an die seite von peter, lege ihm die hand aufs hara, den körpermitelpunkt. nachdem wir beide etwas ruhe gefunden haben, taste ich mit den fingern auf die diagnosezonen. das heißt, diagnosezonen sollen wir ja nicht sagen, weil diagnose medizinisch wäre und medizinisch ist ja verboten, dafür sind wir nicht qualifiziert und wenn wir uns so ausgeben, kann man uns an den karren fahren. das sagt nicht nur jochen, sondern auch gerhard tiemeyer von der deutschen gesellschaft für alternative medizin (dgam) in burgwedel. reden wir also von hara-bewertung. lösen wir uns von der absicht, heile zu machen, seien wir absichtslos. so sagt es ja auch die theorie. absichtlich absichtslos.

ich beurteile absichtslos das hara, indem ich mit der katzenpfötchentechnik über den bauchraum tappe. ich habe beschlossen, dass ich die irgendwie zufälligen eingebungen meiner finger, was viel oder wenig energie unter ihnen betrifft, als intuition bezeichne, und finde so heraus: die milz von peter ist heute kyo, also leer, niere und dickdarm sind jitsu, also voll.

ich mache milz und niere. zwei yin-meridiane (stimmt das? ich muss jetzt beim bericht-schreiben sicherheitshalber noch einmal nachsehen. ja, es stimmt. hätte ich besser den dickdarm machen sollen? der wäre yang gewesen. weiß ich nicht, muß ich mal jochen fragen)

milz ist wandlungsphase erde. das erdelement ist schwach bei peter heute. die bauchseite zeigt ja akute befindlichkeiten, der rücken chronische. unter dem kräftigen bauch ein schwacher kern? mutter erde krank? wie die erde fruchtbar und nährend ist, so stehen magen und milzmeridian für die fähigkeit zur fruchtbaren aufnahme von nahrung – physischer und psychischer. wenn mir das gegenwärtig gewesen wäre, hätte ich denken können, dass peter vielleicht mehr von der richtigen nahrung braucht. oder dass er die richtige nahrung nicht richtig annehmen und verarbeiten kann. ich wusste es aber nicht. ich finde das sehr schwer, den zwölf meridianen oder auch nur den fünf wandlungsphasen eigenschaften und zusammenhänge zuzuordnen. mein kopf hat keine schubladen dieser art, und ich hoffe nur, dass sie noch wachsen.

niere ist wasser-energie. da sprudelt das reservoir von unseren urvätern, die power, die wir von geburt an haben und die, bei verschwenderischem umgang (zu viel wichsen? fragen ich mich immer) abnimmt im alter. also hiervon hat peter viel. dieser zusammenhang mit der nieren-energie war mir schon präsent bei der anwendung, aber ich habe nicht so systematisch daran gedacht. ich habe mir die beiden meridiane aus dem buch shiatsu für anfänger von wilfried rappenecker herausgesucht und aufgeschlagen neben mich gelegt und dann vom großen zeh an, innenseite, den fuß an den knöchel des anderen beines gelegt, den milz-meridian behandelt – sorry: verfolgt, danach von niere1 in der vorderen fußsohlenmitte beginnend den nierenmeridian – fuß jetzt hochgeschoben bis zum oberschenkel – angewendet – sorry: das wort passt jetzt so nicht, also sagen wir begleitet.

ich hatte während des begleitens ein flaues gefühl, weil mir ja bewusst war, dass ich die theoretischen hintergründe meiner arbeit nicht beherrsche. ich empfand, dass ich hier irgendwie so herumstümpere, und dass ich das vielleicht auch lassen könnte ohne verlust für einen der beteiligten. allerdings gab es da auch irgendwo noch eine hoffnung, dass durch fortgesetztes üben und lernen vielleicht doch irgendwann ein gesamtverständnis erwachsen könnte, was alles rechtfertigt und vereinigt.

ich hatte mich da vollständig geirrt. wie so oft in meinem leben, hatte ich nicht genug vertrauen in die zweckhaftigkeit jeden handelns. das wird mir jetzt, wo ich darüber schreibe, bewusst.

nämlich.

ich hatte ja eine beurteilung von peter. ich sah ihn ein bisschen so wie gregor samsa, wenn du weißt was ich meine. der große bewegungsunfähige käfer in kafkas erzählung. wie hieß sie noch gleich? die verwandlung. da bleibt dem ein apfel, den sie ihm hingeworfen haben, im körper stecken. er ist so verzweifelt um sein überleben bemüht, dass man sich unwillkürlich mit ihm identifiziert. er will kein opfer sein, ist im grunde stark und der einzige, der wirklich und nicht nur in konventionen lebt vielleicht, aber er ist so ausgeliefert seinem körper und seiner umwelt. also peters lebenskraft, dieses berlinische ungestüm und seine pralle körperlichkeit haben mich beeindruckt, gleichzeitig aber auch seine hilflosigkeit, oder sagen wir besser bedürftigkeit, ein wort, das jochen gerne benutzt, die er ausstrahlt. schließlich besucht er ja auch regelmäßig diese gruppe von softies und schrullen, denen doch irgendwas fehlen muss. sonst würden sie an einem freien donnerstag vormittag doch lieber in der badewanne liegen oder geld verdienen, um sich eine badewanne leisten zu können. denn zum zweck des besten gelderwerbs kann man shiatsu nun wirklich nicht lernen. was also?

ich hatte peters überschäumende (nieren-) energie und (psycho-) nahrungsmäßige bedürftigkeit sowieso schon erkannt. und ich hatte das nicht durch eine mathematische, quasi medizinische diagnosetechnik erreicht, sondern durch mein mitfühlen in der shiatsu-situation. du begibst dich unter meine hände, wir machen uns ein warmes lager, reden nicht viel, und ich streiche liebevoll über deinen körper. absichtslos, weil ich sowieso nicht durchblicke, welche absicht ich hier haben könnte, aber durchaus nicht ohne fokus.

der fokus (weiteres lieblingswort von jochen)

"fokus: selbstliebe aufbauen, fluss wiederherstellen" habe ich mir aufgeschrieben damals bei der sitzung. und diesen fokus habe ich dann auch gehalten.

ehrlich gesagt, habe ich nicht primär milz und niere gemacht, sondern ich habe primär erst einmal etwas musik angestellt. dann habe ich viel den rücken massiert, also shiatsu-mässig mit lehnen und dehnen... den nacken, das gesicht, den niere1-punkt lange gehalten. dann bin ich – schaden kanns ja nicht - wirklich den milz- und den nieren-meridian entlang gewandert. schließlich habe ich, wie ich’s mal woanders gelernt habe, den bauch mit kreisenden bewegungen und öl gesalbt, am ende den hara-punkt, paar finger unter dem bauchnabel gehalten. dann war die stunde um. vierzig minuten zu viel, würde jochen sagen. kurz und knackig muss das sein. "geringster einsatz, größter effekt": das dritte lieblingswort. wie willst du so dein geld verdienen? eine gute shiatsu-anwendung dauert zwanzig, höchstens fünfundzwanzig minuten. ein paar worte noch und gut. du kannst ihm sowieso nicht helfen. du kannst ihn nur dahin führen, wo er sich selbst helfen kann. du zeigst ihm nur, was er schon weiss und lernst dabei einiges über dich selbst. auf der matte seid ihr partner – jeder lernt vom anderen. am ende soll es dir besser gehen als vorher. verstanden?

am ende gings uns beiden wenigstens gut. er fühle sich entspannt und mehr in sich, sagt peter. ich bin etwas wohlig benommen und überlege, ob es mir genügen soll, dass er sich jetzt wohl fühlt und mehr in sich. was will ich eigentlich mit meinem shiatsu, wenn es denn mal irgendwann ein wirkliches ist, erreichen?

wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen: ich warte auf den satz: danke, jetzt hast du mich wieder gesund gemacht, und ich werde dich dafür ewig lieben.

na danke schön aber auch.

eine woche später bin ich dran. peter, der durchaus schon etwas erfahrung hat und andere freunde bearbeitet, ja man muss wohl sagen, behandelt hat, widmet sich mir. ich erzähle ihm von meiner kindheit, meinem faulen zahn und dem hautausschlag und dem liebeskummer, und am ende geht es mir ganz gut. allerdings hätte ich mir gewünscht, dass mit einem mal mein exem nicht mehr juckt und verblasst und der zahn auch bei festen bissen nicht mehr schmerzt und eine neue prinzessin klingelt und mich wachküsst.


2. session am fünfzehnten oktober 2002

hier sind meine aufzeichnungen mager. ich schreibe ja jetzt erst, am 10. februar 2003 und kann mich kaum noch erinnern.

da steht:

kyo: herz, jitsu: niere

behandelt: niere rl, herz rl

punkt hinter schädel gehalten: rückmeldung: unangenehm

+ bisschen blase bl

herz fand er gut, besonders: kissen drunter gelegt war gut

nachher: "muss ich jetzt fragen beantworten? mir geht's gut"

rl bedeutet rückanlage, bl bauchlage.

ich weiss noch, dass er dann wirklich bald nach der anwendung ging. er wollte nichts weiter sagen, und ich hatte das gefühl, dass das auch gut war so.

"jemanden auf herz und nieren prüfen" haben sie daran gedacht? es besteht ein zusammenhang. ich erinnere mich, dass wir im seminar darüber gesprochen haben. offenbar war dort auch diese kombination aufgetaucht. ich weiß jetzt wieder nicht mehr wieso. wie soll das sein, wenn ich einen klienten habe und den in null komma nichts beurteilen muss um ihn dann eine stunde lang zu begleiten... also herz und niere – was bedeutet das, was folgt daraus für die anwendung? ich suche eine sicherheit aus der beurteilung und nachprüfbare arbeitsschritte. einen handlungsfaden, der zum erfolg führt. ich bin unsicher bei der behandlung. wie kann ich es richtig machen, wo ich doch noch im meridianverlauf unsicher bin, und dann die zusammenhänge und bedeutungen...

ich stöbere jetzt, nachträglich in der literatur, was das da mit herz und nieren auf sich hat, und dann will ich noch mal überlegen, was das alles überhaupt soll hier.

carola beresford-cooke schreibt in ihrem buch "shiatsu", 1. aufl. münchen und jena 2001 auf seite 185 f. über ming men, den yang-aspekt der niere:

"das in den klassischen texten verankerte bild des herzens als kaiser findet seine fortsetzung in der unterteilung des feuer-elementes in 'herrschendes feuer' (herz) und 'ministerielles oder unterstützendes feuer'. in den kommentaren wird das ministerielle feuer wahlweise als herz-kreislauf-meridian bezeichnet, der den willen des herzens an den ganzen körper weitergibt, oder als ming men angebeben, das feuer der nieren. (...) ming men versinnbildlicht die vereinigung von feuer und wasser, das zusammentreffen von yang und yin. weil das bewusstsein yang-qualität hat und die form yin-qualität, bildet das nieren-feuer, das beide vereint, die wurzel unserer existenz. (...) das ursprungs-ki und die essenz, die grundlagen von yang und yin im körper treten durch ming men, das tor des lebens in erscheinung."

schöne bilder. aber so unklar für meinen geist. ich verstehe nichts anwendbares dabei. du? ich erinnere mich nur irgendwie, dass ich den punkt, der ming men heißt und zwischen dem 2. und 3. lendenwirbel sitzt, sowieso immer bei peter halten wollte, vielleicht instinktiv als ausgleich zwischen seinem geschwächten herz-feuer und der übersprudelnden wasser-nieren-energie. oder so.

ich denke nach über den sinn des shiatsu. und ich finde, dass das wesentliche schon stattfindet im arrangement des ganzen, im setting. da ist einer, der gibt eine stunde seines lebens dafür hin, dass er berührt wird von einem anderen. er will sich öffnen lassen, er entkleidet sich sogar teilweise dafür. er legt sich hin, auf den boden, er streckt alle viere von sich und zeigt auch seine verletzliche bauchseite. darin ist ja schon alles wichtige enthalten. bei dem, was dann geschieht kann kaum etwas falsch sein. der andere öffnet sich auch und legt seine gliedmaßen, hände und finger an den einen und ermuntert ihn, sich zu dehnen, zu strecken. ganz sanft, ganz liebevoll. er überredet nicht, er erinnert nur an möglichkeiten durch eine stütze hier, ein lehnen dort. die diagnose, mit der wir uns jahrelang aufhalten, ist nicht so bedeutsam. ich meine, die dehnung und öffnung, die einer braucht, die projiziert er auch gerne an den punkt, an dem er gerade berührt wird. ich glaube, die energien schwimmen wie farbspuren in wasserwellen. und in der begegnung lernen wir beide, wie man wirklich richtig lebt, offen und in kontakt und in gegenseitiger hingabe. das ist shiatsu für mich. und was die heilung betrifft, die wir ersehnen und doch nicht leisten können sollen: wenn shiatsu zustande kommt. dann ist auch die heilung schon da. egal wie krank die beiden sind und bleiben.

3. session am fünften november 2002

zur erinnerung. die 6 wichtigesten grundsätze für shiatsu. laut handbuch des zfhb von jochen knau (kurzform):

  1. nicht drücken, sondern lehnen
  2. im rechten winkel
  3. mutter- und kindhand
  4. meridiane an die oberfläche bringen
  5. kontinuierlich
  6. auf der gleichen stufe stehend: respekt, mitgefühl und achtsamkeit aufbringen

blase jitsu

herz kyo

wie schön! die starke blase erlaubt mir, den rücken zu bearbeiten. ganz ausführlich.

ich lehne mich in beide seiten des rückens.

mutterhand auf dem kreuzbein oder der gegenüberliegenden gesäßseite. die kindhand lehnt sich mit dem ballen in den blasenmeridian. abwärts vom höchsten punkt des rückens bis zur taille. drei mal. das alles zunächst auf der rechten, dann auf der linken rückenseite.

danach belaste ich die eine mit der anderen hand und lehne wieder drei mal abwärts auf dem großen rückenstrecker der so schön longissimus heißt.

ich spüre, dass peters rücken mich mehr oder weniger hineinlässt. an einigen stellen sinke ich ein, and anderen ist es, als würde ich elastisch zurückgewiesen. ich habe mir leider nicht mehr gemerkt, wo das jeweils war. aber eigentlich ist das ja auch egal.

an stellen, wo ich einsinke, konzentriere ich mich auf den gedanken, beim eindringen unten zu wärmen, zu beruhigen und mich für den einlass zu bedanken.

beim wieder-auftauchen will ich sozusagen die warme energie ein stück mit hinaufziehen und das erzeugte loch wieder etwas schließen.

an stellen, wo ich zurückgewiesen werde, akzeptiere ich die festigkeit, der ich begegne, versuche meinen partner sanft spüren zu lassen, dass er hier fest ist, verweile und schicke gedankenimpulse in das gewebe, welche es bewegen sollen, vertrauen zu fassen, mich bei jedem durchgang vielleicht ein wenig tiefer einzulassen.

ich spüre meine eigene lust, weich zu werden und zu schmelzen wie warme butter. ich versuche beiläufig, nicht krampfhaft, den gleichen atemrhytmus zu finden wie der andere

ich lehne meinen ellbogen leicht in das tor des lebens (ich hab das eben noch mal im intermet nachgeschlagen. ming men, der punkt am tiefsten punkt des hohlkreuzes, zwischen dem 2. und 3. lendenwirbel, da, wo das lenkergefäß den gürtel-meridian trifft: wusste ich auch noch nicht, das es einen gürtel-meridian gibt. also der kreuzungspunkt ming men müsste auf der wirbelsäule liegen, ich lege den ellbogenknochen erst rechts daneben an und warte ein paar minuten, dann links der wirbelsäule. ich schicke einfach da energie hinein und stelle mir vor, der rücken wird dadurch durchgängig, es beginnen von hier aus linien an den wirbelkörpern entlangzuzüngeln. es kommt bewegung in die stille durch die warme ruhe. also so kann man das wahrscheinlich nicht sagen, aber ich sage es jetzt mal so. die stellen werden rot, fast wie beim moxen. schön, sagt jochen, ist das, wenn es sich rötet, dann hat man was erreicht.

so. jetzt gehe ich über das kreuzbein in einigen wegen rauf und runter mit dem spitzen daumen. immer wenn wir beide ausatmen, sinke ich hinein. ja, antwortet peter, das tut gut.

dann gehe ich zu seinen füßen. ich weiß, ich soll den klienten nicht ohne berührung lassen, aber ich finde das nicht so schlimm. ein silberner faden verbindet mich mit ihm, auch wenn ich zwei meter weg bin. natürlich muss ich auf den achten.

ich fasse jedes bein an fuß und unterschenkel, hebe es leicht an und lockere den schluß im hüftgelenk. ich stelle mir vor, dass das willkürlich abgelegte bein gerne mal leicht verkeilt ist im hüftgelenk, der dicke kugelknauf liegt einfach nicht ganz lose in der pfanne. und indem ich es etwas herausziehe und betont locker ablege, ermögliche ich den durchfluss. hier bemerke ich auch, ob der unterschenkel gehalten ist oder nicht. oder auf welche weise oder welcher von beiden vielleicht. und wenn ich merke, mein klient lässt den unterschenkel nicht ganz leicht fallen, dann freue ich mich und denke: erwischt! und ich hebe ihn wieder an und lasse ihn immer langsamer sinken, bis auch der blödeste merkt, dass es sinnlos ist, mir widerstand zu leisten. gib dich auf! oder lass wenigstens deinen unterschenkel fallen in meine hand!

die hopi-indianer denken, dass das ganze leben eines menschen seine spuren in den muskeln des unterschenkels hinterlässt und dass man es dort auch erreichen kann. das ganze leben im gastrocnemius!

aber da sind wir ja noch gar nicht! erst einmal lege ich beide beine etwas aus einander, knie mich zwischen sie und lehne mich sanft, aber nicht zu sanft in die mitte des oberschenkels. "give a little challenge!" ließ masunaga schreiben für diese stelle, "lass es eine kleine herausforderung sein!" oder bezog sich das auf die gallenblasenlinie seitlich am bein? ich weiß es jetzt nicht mehr genau und hab auch gerade keine lust, es zu suchen. muß nur immer daran denken, wenn der klient lustvoll stöhnt. gibs mir! nein, sagt der sadist, nicht so wie du willst, nur wie ich will!

die kniekehle wird gern ausgelassen. welch ein fehler! wo doch das knie so wichtig ist und auch so so so viel liebe braucht! das knie, meine schönste geliebte! patella, meniskus und bursa, natürlich wollt ihr ganz zart angefasst sein. ihr seid ja selbst so zart, weil ihr die härteste arbeit tun müsst. ihr kennt lao tse und seine worte: "weich ist stärker als hart" und so gehe ich auch ins knie hinein und um es herum und höre es stöhnen ja, ja, ja, immer wurde ich vergessen und jetzt endlich kommst du, und berührst mich so! wie lange habe ich auf dich gewartet!

wenn mein klient wüßte, welche obszöne spiele ich mit seinen eingeweiden treibe... aber sicher weiß er es und schweigt nur zu mir, damit wir es nicht zerreden.

nun sind wir also am unterschenkel. an der wade. und wie du dir vorstellen kannst, denke ich an die hopi und an masunaga und an gastrocnemius und auch an nichts von allen drei. und wenn ich an der achillessehne angelangt bin, lasse ich den blasenmeridian blasenmeridian sein und gehe weiter auf der niere. einfach weil sie so süß ist, diese kleine kringelschlaufe zwischen ferse und fußknöchel, und weil es dann weiter geht zum absoluten favoriten aller körperarbeit. niere eins. sprudelnder quell, yu sen.

hier ruht die ganze klasse aus beim wandertag. lehrer und lehrerin haben wieder viel zu lange marschieren lassen. jetzt ist endlich pause. alle lagern sich auf frischem moos. die sonne hat den höchsten punkt überschritten, aber es ist noch schön warm, auch im schatten. die frühstücksbrote werden herausgeholt. wer keine hat, bekommt vom nachbarn etwas ab. der lehrer geht mit seinem flachman hinter den nächsten baum, frau werner hat ein auge auf die mädchen, dass keins abhanden kommt ins dickicht. die jungs setzen sich rücken an rücken. man lässt sich fallen, alle ziehen schuhe und socken aus und halten niere eins ganz lange. minutenlang. beide füße gleichzeitig mit leichtem druck. gern den fuss in der offenen hand und auf den punkten die daumen. zunächst ist es still. der fuss spannt noch. dann kommt langsam das leben. es beginnt zu pochen in niere 1. ich habe mich noch nicht entschieden, ob es mein eigener herzschlag ist, der da kommt, ob es der puls des klienten ist, oder ob es ein ganz eigener energiepuls ist, was da zu spüren ist. anando würzburger, die erfinderin der hara awareness massage sagt, es ist ein ganz eigener energiepuls.

manchmal kommt er auch nicht. oder nur an einem bein. meist kommt er an dem bein nicht oder weniger, an dem eine störung ist. mein neuer klient gestern hatte sich vor monaten das linke knie verrenkt, und natürlich kam bei ihm der puls links nicht!

anando sagt, links ist das mutterbein, rechts das vaterbein. wenn also die identifikation mit dem vater gelungen und stark ist, dann kannst du mit dem rechten bein jeden berg besteigen. wenn du mit deiner mutter immer in liebe warst und ein freudiges rieseln dich durchströmt, wenn du an sie denkst, sollte dein linkes knie keine probleme machen. ich muss sehr auf mein rechtes knie aufpassen. ich bin einmal nach etwas, was ich hier nicht erzählen will, aufgestanden und mein rechts knie schmerzte sehr eklig, wurde dick und ich musste drei monate lang humpeln!. mein vater ist gerade an seinem rechten bein operiert worden, es war plötzlich nicht mehr mit blut versorgt worden, sein vater wiederum wurde erschossen, bevor er die ganz wichtigen dinge mit ihm klären konnte, hatte also sozusagen zu schnell zu viel blut. ich wollte nur sagen, dass auch weltkriege ihre spuren in der körperarbeit hinterlassen und dass ich gegen einen krieg im irak bin.

wir waren bei peters bein. weiss jetzt auch nicht mehr, was damit war. ich habe ihm dann gesagt, er möge sich bitte ganz langsam und in seiner zeit umdrehen auf den rücken, was er dann widerwillig tat.

dann habe ich zunächst unter den rücken die flachen hände, handflächen nach oben, geschoben und mit unserer ausatmung die finger aufgestellt und leicht in seine aufliegenden trapeziusfasern gestoßen. dann den nacken mit den fingerspitzen rhytmisch bearbeitet. vorsichtig, nicht massierend, eher spürend, wo es wohl fest ist. dann die stirn ausgestrichen, die wangenknochen, die ober- und unterlippe mit leichtem druck gerieben, die ohrmuschenln und die ohrläppchen massiert und am ende die ohren als ganze leicht herausgezogen, so dass peter mal merken musste, was da immer so ist an seiner schädelseite. dann mit dem einen mittelfinger hinten in die nackengrube gefasst (lenkergefäss) und ein wenig gehalten und mit der sanftheit der bewegung um vergebung für die theatralik der punktwahl bittend aufs lid des dritten auges gefasst. peters augebewegungen waren nun still.

dann habe ich mich an seine seite gesetzt und sein t-shirt etwas hoch geschoben, die hose etwas heruntergedrückt, etwas öl in die handfläche genommen durch reibung erwärmt und seinen bauch mit kreisenden bewegungen massiert. dann bin ich verweilt auf einer gespannten stelle im linken unteren bauch. da wo die zone für den dünndarm das blasen-u kreuzt. zum abschluss hab ich sein hara dann noch etwas gehalten und fertig.

eine farbe habe er da gefunden in der gespannten stelle im bauch und spannung und entspannung gefühlt. in seiner linken schulter, wo er sonst dauerspannung spüre, sei mal ein anderes gefühl aufgetaucht. das nächste mal wolle er bitte genau die gleiche behandlung, sagt peter.

ich fühle mich verstanden. ich nehme mir vor, das nächste mal mehr den fokus auf peters linke schulter zu legen. dass er da eine dauernde verpannung spürt, war mir so nicht klar. ich fühle mich wohl, wir trinken noch einen tee.

na und? wars das jetzt? rechtfertigt sich so eine "wohlfühl-begleitung"? warum soll ich das eigentlich jetzt entscheiden? warum frage ich mich so etwas dauernd? ich finde, die gemeinsame arbeit am 5. novermber mit peter war für uns beide gut. that's all.

4. session am neunzehnten november 2002

herz kyo und "wund"

blase jitsu

der narbe wollte ich mich widmen und die linke schulter sollte ein schwerpunkt sein, hatte ich mir vorgenommen.

ja, dass das herz leer und wund sei, das leuchtet peter ein. die ganze nacht hat er sich mit seiner freundin gestritten.

ich massiere kopf und nacken, den herzmeridian, die schultern.

dann den blasenmeridian, gebe viel wärme in die nierenregion.

noch einmal rückenlage: ich streiche das hara kreisförmig und widme mich dann lange der großen armnarbe. halte sie, spüre ihre festigkeit, versuche, diese zu verteilen.

thomas: "wie fühlen sich dein arm und die narbe jetzt an?"

peter: "du, thomas, ich bin ganz entspannt"

ich hatte ja nun extra dieses trauma-buch gelesen und auch einmal bei der behandlung eines anderen mit erlebt, wie hartes narbengewebe weicher wurde. peter nahm meine arbeit einfach hin wie ein gut geschmierte brotscheibe. nahrung für sein alltägliches leben. nichts großes, nichts kleines, ganz einfach: du, thomas, ich bin ganz entspannt. genügt das?

ich bemerke in mir den drang zu größerem. ich will gewaltige ströme in gang setzen. lebensverändernde prozesse sollen unter meinen händen gären und durch meine unerschrockenheit und kompetenz will ich die macht darüber behalten und natürlich: heilen.

na, so gings jedenfalls nicht.

im nachgespräch mit peter spricht er noch von großen entwicklungen in seiner linken schulter. durch sein regelmäßiges tai chi, auch durch shiatsu, komme bewegung hinein. die ursache liege im kreuzbein, erklärt er mir. die verspanung dort habe selbstverständlich seelische ursachen.

5. session am zweiten dezember 2002

unser letztes treffen. es war noch ein weiteres geplant, aber peter unterbrach dann seine ausbildung und ging zunächst einmal nach thailand, um dort die thai-massage zu erlernen.

seine schulter fühlt sich zerrissen, habe ich mir aufgeschrieben, hat er gesagt, er arbeite daran. sagt er.

herz kyo

niere jitsu

ich habe beide meridiane behandelt. erst das herz, dann die niere. herz und nieren eben.

danach habe ich mich wieder peters spezialthema, seiner schulter zugewndt, danach noch einmal gründlich, sozusagen zum ableiten der aufgewühlten energie, den rücken, die beine massiert. dann musste er sich noch einmal umdrehen, und ich habe ihm lange den harapunkt gehalten. das heißt, ich habe meinen mittelfinger in den punkt zwei finger unter seinem bauchnabel gesenkt, nicht bewegungslos sondern schon mit gelegentlichen ablenkungen nach rechts oder links. konzentriert habe ich mich dabei auf einen punkt in etwa vier zentimeter tiefe. eine weile habe ich auch noch die linke hand an die ensprechende stelle unter der wirbelsäule geschoben und peter gebeten, sich auf den raum zwischen meinen beiden händen zu konzentrieren.

peter wurde sehr ruhig. ich wollte die stille nicht stören und habe nichts weiter gesagt. nach insgesamt einer stunde war schluss. und wir blieben zunächst schweigend.

welches feedback denn andere kllienten geben würden, fragte peter dann. offenbar suchte er nach eigenen worten.

"verschiedene", wich ich aus. welches er den geben würde, wenn er eins geben würde.

peter sprach wieder über seine schulter. da sei was drin verklebt. was denn, wollte ich wissen. Er spüre bei der sexualität immer einen leistungsdruck. er selber merke fast nichts und denke immer nur daran, die frau zu befriedigen. wie ein keil sitze da etwas in seiner schulter. erst in letzter zeit, endlich, komme manchmal bis zum kopf hinauf bewegung in seinen rücken beim sex.

schön, sage ich, das ist ja toll. und ich bitte ihn, bis zu unserem nächsten treffen auf die stelle, wo in der schulter der keil sitze, seine aufmerksamkeit zu richten. vielleicht komme ja nun wirklich etwas in bewegung.

ich habe das gefühl. peter war mit unserer session ganz zufrieden.

vielleicht hat er ja ein gut geschmiertes brot für den weg bekommen von mir. vielleicht ist das ja auch genug und vielleicht ja auch sehr schön.

ein anderer aspekt

... ist ja auch noch die wirkung, welche die behandlungen für und auf mich selbst haben.

das ist sehr unterschiedllich. manchmal habe ich das heftige bedürfnis mir die hände zu waschen, manchmal muß ich die decke, auf welcher der klient lag, gleich in die maschine geben (bei peter nicht), ein andermal musste ich sogar schnell duschen.

ich hatte auch schon zwei tage lang depressive stimmungen nach einer "anwendung".

jochen warnt ja davor, zu sehr hineinzugehen. wo soll ich aber bleiben? ich bin doch nur hier in meinen händen, und worin soll man leben, wenn nicht in der hingabe?

nach einer anwendung bin ich meistens wie schwebend. die welt sit etwas verschleiert. ich benötige zeit, um wieder fest zu werden.

in zeiten, wo ich viel körperarbeit mache, kann ich besonders gut meditieren. kürzlich hatte ich bei einer kurzen meditation das intensive gefühl, dass ich in dem körper, der isst, geht, älter wird, krankeiten und wehwehchen hat, dennoch vollkommen gesund und unverletzlich bin. innen drin eben. ja, ich könnte sogar blind und taub sein, empfand ich, und trotzdem wäre mein wichtigstes, ich selber nämlich, innen unverwundet und heil und glücksfähig wie je.

das war ein schönes erlebnis.

es betraf einen selbständiger werdenden kern. im außen erlange ich tatsächlich eine gesteigerte sensibilität des spürens.

wenn ich eine blume gieße oder auch nur eine stulle abschneide habe ich das gefühl, ich gebe dem objekt meiner berührung shiatsu. meine äußerungen werden immer mehr durchdrungen von seele. ich dringe ein in mein fahrrad, meine schnürsenkel und in meine freundin.

auch das ist schön.

und zuletzt: das fachchinesisch

mein verständnis der "fünf elemente" und ihrer eigenschaften, ihrer zusammenhänge und bedeutungen wächst nur sehr langsam.

der begriff für die fünf elemente soll, nach carola beresford-cooke, shiatsu, münchen jena 2001, seite 101, übersetzt "die fünf gehweisen" des ki heißen. so abstrakt! also gar nichts von holz oder feuer oder sonst gegenständlichem.

ole (name geändert), mein aktueller zahlender klient, kam, weil er sich von mir lange und ausgiebig den bauchraum massieren lassen wollte. von den psoas-muskeln hatte ihm einer erzählt. manchmal versucht er selbst, diese zu erreichen, hofft nun aber wohl, dass ich ihm da helfen kann. er stellt sich vor, dass er dadurch zu seiner kraft zurückfindet, die er früher in seinem leben gehabt hat, jetzt aber sehr vermisst. in seiner kindheit sei viel schie gelaufen. der vater gewalttätig, die mutter eingeschüchtert und ohne wahre liebe zu ihm. nun, nach der zweiten sitzung, beklagt sich ole, dass ich ihm immer weniger an den bauch gehe, sondern bei seinen beinen und dem rücken verweile. in der tat hatte ich aus einem gefühl heraus alles gewicht darauf gelegt, seinen rücken durchlässiger zu machen und überhaupt einmal einen fluss herzustellen.

ole öffnet sein rechtes auge viel weiter als das linke. die stimme ist verhalten, bleibt im rachenraum stecken. sein großes aktuelles problem sei es, jetzt die richtige entscheidung für sein leben zu treffen. er ist etwas aufgeschwemmt, das kreuzbein ist voller myogelosen. er habe die letzten zwei jahre mehr oder weniger im bett verbracht, vor allem die winter. es fühlt sich an, als wolle er sich an den eigenen haaren aus dem sumpf herausziehen. er empfindet sich alles andere als geerdet, beschäftigt sich viel mit astrologie. hara-diagnose: milz und leber voll, gallenblase leer.

asymmetrien deuten auf ein ungleichgewicht im holzelement hin: gallenblase und leber. die gallenblase: der große entscheider (s.o.) ist überlastet. und was macht man nun? jochen sagt, als ich ihm von der vollen leber erzähle, ich hätte doch darauf kommen können, die gallenblase zu behandeln. bei der frage nach dem warum, verweist er auf das gefühl. na schön. ich hatte dieses gefühl grad nicht. ich lese bei carola beresford-cooke: "wenn das kind schreit, behandle die mutter!" genau das hatte ich intuitiv gemacht: das wasser behandelt: blase und niere! (die winter, jahreszeit des wasserelementes, waren ja auch sein problem gewesen!) jetzt wusste ich, warum ich so gearbeitet hatte und hatte auch eine bestätigung gegen die klage meines klienten, dass ich seinen bauch vernachlässige.

der pralle milz-meridian und der geblähte bauchraum: ole hatte über die nahrung große mengen ki aufgenommen, welche aber die milz nicht verarbeiten konnte. es war die falsche energie, es fehlte unter anderem das lungen-ki: ole hatte ja nur im bett gelegen. ich rate ihm, sich mehr zu bewegen. er macht jetzt gymnastische und yoga–übungen jeden tag. dann fehlt ihm nieren-ki, die kraft von den müttern und vätern. ole sagt, daran seien seine sterne schuld.

irgendwie habe ich das gefühl, alles einrenken könnte das herz, und oles blick sucht auch unendlich nach liebe und offener zuwendung. wie erklärt man das jetzt mit den fünf elementen und 12 meridianen?

ach, ich gebs auf. eines noch: ich habe auch noch seinen lungenmeridian beachtet: viel den oberen brustraum massiert, lunge1 gehalten, den meridian gedehnt. dazu fällt mir jetzt ein: ko-zyklus: die großmutter metall (lunge) kontrolliert den enkel holz (leber). war sicher nicht falsch.

insgesamt habe ich den eindruck, das theoriegebäude mit den fünf elelementen und zwölf meridianen spornt ein wenig die phantasie an. es spiegelt die intuition und ist gut geeignet, nachträgliche begründungen zu liefern. ich beiße mir die zähne aus an diesen unlogischen logeleien. aber inzwischen würden sie mir auch wieder fehlen, diese begriffe von leitbahnen und wirkpunkten und immer wechselnden zusammenhängen. und immer wieder ist es so, dass ich erst indem ich aufgebe, verstehen zu wollen, ein wenig von den zusammenhängen begreife. immer wieder sind erklärungsversuche wichtig, aber das verständnis beginnt erst, wenn sie wieder verworfen sind.

thomas propp, 01.03.03